Sprachbildung mit BiSS – ein weiterer Schwerpunkt der Sprachbildungsarbeit


Januar 2015: Eigentlich hat unsere sprachbildende Arbeit schon viel Biss. Zumindest zeigen das die Reaktionen von Vertretern von außen, wenn die Sprache auf die umfangreichen Ansätze zur Förderung der Bildungssprache am Ernst-Abbe-Gymnasium kommt. Auch bei der Schulinspektion bekam das von 15 Kolleg/innen erarbeitete Sprachbildungskonzept ein Doppelplus und wird inzwischen auch innerhalb der Schulinspektion als Best-Practice-Modell weitergegeben.

Die größte Herausforderung, und das merkt der 9-seitige Bericht der Schulinspektion allerdings ebenfalls an – ist aber die flächendeckende Umsetzung, wobei dies letztlich eine gemeinsame und kooperative Entwicklungsaufgabe aller Kolleg/innen gemeinsam ist, wenn wir unseren Ruf als Leuchtturm im Bereich der Sprachbildung rechtfertigen wollen.

Neben den Lesemethoden wie Dreischrittmethode und dem leider immer noch nicht wie gewünscht etablierten Textplan ging es in den vergangenen Jahren um den Einsatz von Methodenwerkzeugen, welcher weiterhin kontinuierlich und kollegial ausgebaut werden soll, sowie die mit breiter Zustimmung eingesetzten sprachbildenden Vertretungsmaterialien.

Als Hauptschwerpunkt hatten wir uns im vergangenen Schuljahr den Schwerpunkt der Einforderung bildungssprachlicher Korrektheit im mündlichen Gebrauch vorgenommen. Da dies noch lange nicht abgeschlossen ist, andererseits noch einer weiteren Konkretisierung bedurfte, hat sich die Gesamtkonferenz im Herbst 2013 entschieden, den Schwerpunkt beizubehalten und sich für das Projekt BiSS zu bewerben.


Was ist BiSS?

BiSS (Bildung durch Sprache und Schrift) ist letztlich das Nachfolgeprojekt des beispiellos erfolgreichen FörMig-Projekts mit leicht verbesserten Schwerpunkten unter der Führung eines sehr breiten Trägerkonsortiums öffentlicher Bildungs- und Forschungseinrichtungen.

Hierbei geht es darum, Schulen zu unterstützen, die auf dem Prozess der sprachbildenden Arbeit schon einige Fortschritte erreicht haben, und mithilfe größerer Verbindlichkeit auch empirisch zu untersuchen, was Gelingensbedingungen für erfolgreiche Sprachbildungsarbeit sind.

Nachdem wir erfreulicherweise als eine von deutschlandweit etwa 200 Schulen und als eines von drei Berliner Gymnasien (neben dem Albrecht-Dürer-Gymnasium und dem Hermann-Hesse-Gymnasium) ausgewählt wurden, erfolgte bei der politisch erstaunlich hochrangig besetzten Auftaktveranstaltung im April 2014 die Weichenstellung. So einigte sich der kleine Verbund aus etwa 10 Berliner Oberschulen, zu dem wir gehören, auf das gemeinsame Thema „Arbeit mit Operatoren“.

Dies eignet sich für uns insofern hervorragend, als es zum aktuellen Schwerpunkt sehr gut passt und andererseits einen ausreichend großen neuen Akzent setzt.

Als erste Maßnahme wurde im September 2014 unter der Leitung der externen BiSS-Beraterin, Frau Dr. Schulte, ein Studientag durchgeführt, bei dem sowohl eine gemeinsame Sensibilisierung für die Bedeutung der Operatoren erfolgte als auch ein gemeinsamer Weg zur Erreichung von Verbesserungen begonnen wurde. Höchst erfreulich waren die vielen ernsthaften und angeregten Diskussionen über den Einsatz von Arbeitsaufträgen als Kerngeschäft des Lehrerhandwerks.

So wurden am Ende folgende sieben Verabredungen vom gesamten Kollegium gemeinsam verabschiedet:


1. Arbeitsaufträge sollten auch in schriftlicher Form erteilt werden.

2. Operatoren sollten kenntlich gemacht werden, z. B. Fettdruck, Unterstreichungen, farbige Markierungen

3. Ein Arbeitsblatt/Übersicht für alle SuS sollte erstellt werden (AG Sprachbildung).

4. Bereits im Klippert-Training sollte mit dieser Operatorenliste gearbeitet werden (Material vom SenBJW)

5. Übung fachspezifischer Beispiele findet im Fach statt.

6. Erprobung des Übungsmaterial im Fach Biologie in der 7. Klasse.

7. Vorhandene Materialien werden auf Eignung für Klippert-Training geprüft (bol, stal, dill …)


Außerdem wurden bereits Musterformulierungen für die Antworten auf bestimmen Operatoren gesammelt, die nach dem Studientag von der AG Sprachbildung zusammengestellt und ergänzt sowie von den beiden BiSS-Verantwortlichen, Frau Dill und mir, auf mehreren Seiten zusammengefasst wurden. Somit können sie im Folgenden im Unterricht als Hilfen für die sprachliche Bewältigung der Aufgabenstellungen erprobt werden, um dann im kommenden Jahr in den neuen Schülerplaner als fester Bestandteil aufgenommen zu werden.

Hier kommt es dann wiederum darauf an, dass die von allen gemeinsam entwickelten Werkzeuge nun auch von allen Kolleg/innen im Unterricht genutzt werden bzw. die Nutzung durch die Schüler/innen eingefordert wird, womit ich abschließend wieder beim Ausgangspunkt angekommen bin:


Wer oder was ist KoKo?

Um nämlich die breite Umsetzung sprachbildender Maßnahmen auch im stressigen Alltag auszuweiten, haben wir mit dem Beginn des Schuljahres und mithilfe der im BiSS-Programm gewährten Unterrichtsstunden das Programm „Kollegiale Kooperation“ - kurz KoKo – ins Leben gerufen. In dessen Rahmen planen Kolleg/innen gemeinsam mit mir Unterrichtsstunden mit besonderem Schwerpunkt auf der Förderung der Bildungssprache. Fast die Hälfte aller Kolleg/innen nimmt bzw. wird in diesem Schuljahr daran teilnehmen und die ersten erfolgten Durchführungen erwiesen sich als äußerst vielversprechend.

Denn durch die gemeinsame Planung wurden zahlreiche gegenseitige Anregungen (und die gewünschte Verbindlichkeit gleich nebenbei) erreicht, durch die Vorbereitung der Materialien durch mich wurden die Kolleg/innen entlastet und auch die Durchführungen enthielten hohes Lernpotenzial für alle Beteiligten.

Zudem sind die bisher dabei entstandenen Materialien, die immer möglichst übertragbar gedacht waren, auch teilweise schon in anderen Stunden der jeweiligen Lehrer/innen verwendet worden und werden u.U. auch Eingang in den Schülerplaner finden.

In meinen Augen kann dies ein großer Fingerzeig sein, wohin die sprachbildende Arbeit im Weiteren gehen sollte: Weniger Gewicht auf zentral verordnete Vorschriften auf potenziell geduldigem Papier, sondern hin zu kollegial und kooperativ erarbeiteten und wirklich auch im Alltag sinnvoll einsetzbaren Materialien zur Steigerung nicht nur des Lernerfolgs der Schüler/innen, sondern auch der gemeinsamen Arbeitszufriedenheit der Lehrer/innen.

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